Spezielle Themenschwerpunkte - Bücher mit Spezialauftrag
Fisch auf den Tisch
Seefisch mußte anfangs natürlich bekannt gemacht werden,
somit überschwemmte eine Flut von Seefischkochbüchern -
angefangen bei kleinen Blättchen mit einer Skizze bis hin zu
üppigen Bildbänden - das Binnenland.
Die oben abgebildeten Bücher sind zwei verschiedene Ausgaben des
Seefisch-Kochbuches von 1900 und 1905. Vermehrt tauchten sie dann
ab den 20/30er Jahren auf. Allerdings wurde in der gehobenen Küche
schon immer Seefisch verarbeitet - Seezunge, Steinbutt und Lachs
waren fast standardmäßig auf den meisten großen Tafeln zu finden (der
Hering gar nicht, das war Arme-Leute-Essen).
Auch ist Fisch kein Kriegslebensmittel, weil die Flotte für andere
Zwecke eingespannt ist.
In Teuerungs- oder ernährungskritischen Zeiten ist Fisch
oft ein Lebensmittel gewesen, welches das als
unentbehrlich empfundene, aber teure Fleisch ersetzen
sollte. Fisch wurde als nicht sättigend angesehen und
musste der Bevölkerung immer wieder “schmackhaft”
gemacht werden, wie z.B. im Buch vom “Fischkoo”
Linde. Auch im Nationalsozialismus wurde Fisch
angepriesen und propagiert.
Wunderschönes Quartettspiel aus der DDR. Es
wurde mit einem kompletten Fischkochbuch
geliefert und regte an, das Spiel zur
völkerkundlichen, ernährungsbildenden oder
fachlichen Kenntniserweiterung zu nutzen. Es
konnte mit verschiedenen Schwerpunkten
gespielt werden.
Eine Fischpreisliste aus dem Jahre 1900
Ein Hafenarbeiter verdiente etwa zwei
Mark pro Tag.
Nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts die ununterbrochene
Kühlkette bis zum Endverbraucher
gewährleistet werden konnte, bekamen auch die meeresfernen
Gegenden eine ständige
Grundversorgung mit frischem Seefisch, das Ende der
Stockfischrezepte rückte näher.