Historische Rezepte - überholt
Aus dem Inhalte
Rechts ein Rezept für die berühmte “Bouillon auf Reisen”.
Unten zwei Rezepte für Ochsengaumen, den man heute nur noch schwer
bis gar nicht mehr bekommt. Zumeist wandert er ins Hundefutter.
Ochsenmaulsalat kann man allerdings in Bayern fertig aus den
Salattheken kaufen. Da er unterschiedlich schmeckt, nehme ich an, daß
die einzelnen Läden auch noch unterschiedliche Rezepte für die Marinade
haben, das Ochsenmaul aber fertig vorbereitet bestellen. Die Konsistenz
des Fleisches ist ungewöhnlich, der Geschmack aber einwandfrei. Wenn
Sie die Chance haben, müssen Sie ihn unbedingt einmal probieren!
Ochsenmaul-
salat
bekommt man
heute immer
noch. Gut so,
denn er ist
köstlich.
Krammetsvogel (Wacholderdrossel)
Auch die Schnepfe darf bei uns nicht mehr
gejagt werden.
Alle nicht zum Nachkochen geeignet, da
Lerche, Wacholderdrossel und die
Waldschnepfe heute unter Naturschutz stehen.
Eichelhäher und Biber
Dieses Rezept macht heute nur wenig
wirtschaftlichen Sinn, da Lachs inzwischen
billiger ist als Kalbfilet.
Heute wirken diese Braten doch exotisch, von
Aasfressern und Raubtieren ist wegen des kontaminierten
Fleisches generell abzusehen - zumeist stehen diese
sowieso unter Artenschutz.
Auch Maikäfer sollten Sie
eher in unbeobachteten
Momenten verspeisen,
denn der steht ebenfalls
unter Naturschutz.
Allerdings werden Sie
heutzutage Probleme
haben, überhaupt einen
Maikäfer zu sehen und
dann auch noch zu
fangen, geschweige denn
die 30 benötigten für eine
Portion Suppe zusammen
zu bekommen...
Der bissig-süffisante
Ton der “Kochkunst”
schlägt gern mal durch
eigentlich neutrale
Beiträge wie diesem
Rezept für Fischreiher.
Da der Fischreiher
allerdings nicht mehr
bejagt wird, werden Sie
Schwierigkeiten bei der
Beschaffung haben...
Nicht erwischen lassen!
Dieses Rezept ist bestimmt nicht nett den Krebsen
gegenüber, aber ich muss zugeben, daß ich lachte, als ich
das Rezept las und mir die über die Tafel flüchtenden Tiere
samt erschreckt aufspringenden Gäste vorstellte.
Solcherlei Spaßrezepte stehen noch in der Tradition des
Mittelalters, wo Scheingerichte und Prunkschüsseln
aufgetragen wurden. Dieses Rezept ist von 1786. Es
verwendet im übrigen die angeblich von Henriette Davidis
“erfundene” Formulierung “Man nehme”.